Partizipation – Facebook – Bibliothek

Eine Liste mit deutschsprachigen Bibliotheken, die einen Facebook-Auftritt haben, findet man im LIS-Wiki. Ich möchte gern wissen, ob Facebook von Bibliotheken „nur“ zur Informationsvermittlung und für Veranstaltungshinweise genutzt wird oder ob sich Dialoge durch Kommentare bzw. andere Beteiligungsformen auf der Plattform ergeben oder gar bewusst gewollt sind. Zum Beispiel wäre es denkbar, dass sich eine Bibliothek via Facebook aktiv schnell Meinungen einholt.
Gibt es dazu bereits Untersuchungen?

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Interview mit Evgeny Morozov in der Berliner Zeitung

Zitat

Interview mit Evgeny Morozov in der Berliner Zeitung (30.06./01.07.2012):
Was haben Sie gegen Facebook, Herr Morozov? Die dunklen Seiten des Internets

Frage Berliner Zeitung: Aber dabei geht doch viel Energie verloren, während man etwa bei Facebook im Handumdrehen eine politische Aktionsgruppe gründen kann.
Evgeny Morozov: Vergessen Sie bitte nicht, Facebooks Geschäftsmodell lautet: „Je mehr wir über dich wissen, desto teurer können wir Werbeanzeigen verkaufen.“ Dem Konzern geht es also nicht darum, am sozialen oder politischen Wandel mitzuwirken. Natürlich kann ich ganz einfach 5000 verschiedenen Facebook-Gruppen beitreten, die sich meinetwegen mit dem Klimawandel oder der Rettung öffentlicher Bibliotheken befassen. Das ist aber das
Gegenteil davon, im richtigen Leben einen Verein oder einer NGO mit voller Energie zu unterstützen. Auch den „Gefällt mir“-Knopf gibt es nicht, um damit Protest oder zivilen Ungehorsam zu organisieren. Sondern um im Auftrag der Werbekunden herauszufinden, was uns gefällt. Es ist unwahrscheinlich, dass Facebook jemals sagt: „Ach, scheiß drauf, lass uns lieber Afrika retten.“

Ist Engagement via Social Media vergleichbar mit Engagement vor Ort? Handelt es sich wirklich um Gegensätze oder ist es nicht eher die Leichtigkeit via „Gefällt mir“ sein Gewissen zu erleichtern? Engagement im Verein ist mehr als ein Klick.

Social Media-Kompetenz: Workshops zur politischen Basisarbeit

Die Publikation von Ingo Caesar hat dazu geführt, dass ich mich auf die Suche nach Schulungen zur politischen Partizipation im Netz gemacht habe. Caesar macht darauf aufmerksam, dass die Vermittlung von politischer Social Media-Kompetenz eine neue Anforderung bzw. Aufgabe für Bibliotheken sein kann.

Es lohnt sich, die Programme der Volkshochschulen zu studieren, denn dann muss und sollte man sich fragen, ob Bibliotheken eine Chance verpasst haben oder ob die Volkshochschulen für die Vermittlung von Social Media-Kompetenzen verantwortlich sind. Eine Kooperation zwischen Volkshochschule und Bibliothek ist bei diesem Thema definitiv möglich.

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Social Web – politische und gesellschaftliche Partizipation im Netz

Caesar, Ingo: Social Web – politische und gesellschaftliche Partizipation im Netz
Berlin : Simon Verlag, 2012
ISBN 978-3-940862-33-4

Im Rahmen seiner Diplomarbeit setzte sich Ingo Caesar mit einem interdisziplinären Thema auseinander. Er studierte am Fachbereich Informationswissenschaften an der Fachhochschule Potsdam und gewann mit seiner Abschlussarbeit den FH-Potsdam-Hochschulpreis 2010. Caesar studierte zuvor in Mainz und Münster Politologie, Philosophie und Germanistik (M.A.).

Auszug aus dem Klappentext
„Führt politische Partizipation zu mehr Demokratie oder doch zu einer Expertenregierung? Können sich die Bürger wirklich einbringen, besitzen sie dazu die notwendigen Informationskompetenzen? […] Bibliotheken werden in dieser Informationslandschaft immer wichtiger. Als Einrichtungen der Demokratie vermitteln sie den Bürgern nicht nur Informationskompetenz, sondern Urteilsfähigkeit und technisches Verständnis für eine echte Partizipation.“
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OpenPetitionen für Bibliotheken : Überblick erstes Halbjahr 2012

In meinem Aufsatz „Sich der Diskussion stellen : eine Online-Petition sorgt schnell für Aufsehen“ (BuB 64 (2012), 04, S. 248) habe ich bereits einige Online-Petitionen genannt, die auf der Plattform OpenPetition veröffentlicht wurden. Diese werden hier noch einmal gelistet, kurz erläutert sowie ergänzt. Weiterhin möchte ich einen Überblick über Petitionen geben, die im ersten Halbjahr 2012 auf der genannten Plattform Unterstützer fanden bzw. zurzeit suchen.

Zeitraum: 25.01. – 24.07.2012
Petition: Für den Erhalt der kulturellen Einrichtungen in Berlin-Pankow
Ort: Berlin
Unterzeichner: 11.663
Notiz: Iris Boss aus Berlin konnte bereits in der Halbzeit ihrer Online-Petition über 10.000 Unterzeichner vorweisen. Die Petition richtet sich gegen die Berliner Sparpolitik im Kulturbereich. Der geplante Kulturabbau trifft u.a. die Stadtbibliothek im Ortsteil Buch sowie die ehrenamtlich betriebene Kurt-Tucholsky-Bibliothek.
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