Session zur Partizipation

Wo lässt es sich besser über Partizipation diskutieren, als auf einer Konferenz, die selbst durch die Partizipation ihrer Teilnehmer lebt? Auf der diesjährigen frei<tag> in Potsdam (Schaufenster der FH Potsdam) war es möglich erstmals Fragen zum Thema Partizipation im bibliothekarischen Kontext gemeinsam zu besprechen. Im Blog möchte ich eine Zusammenfassung als Session-Ergebnis aufbereiten.
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Kurzmitteilung

Das BibCamp findet im kommenden Jahr bereits zum sechsten Mal statt. Seinen Ursprung hatte es 2008 in Potsdam/Berlin. In Potsdam findet am 17.08.2012 bereits zum zweiten Mal die Unkonferenz frei<tag>2012 statt. Und wer möchte, kann im September nach Chur zum infocamp fahren. Solche Unkonferenzen/Barcamps nehmen zu und etablieren sich. Partizipation prägt solche offenen Tagungen. Vielleicht wird auf der frei<tag>2012 nicht nur Partizipation gelebt, sondern auch über diese diskutiert – siehe Countdown (20): Fragen zum Thema Partizipation. Weitere Workshop-Vorschläge für die frei<tag>2012 können im Wiki notiert werden. Ich freu mich auf zahlreiche Diskussionen zum „Stand der Bibliotheks- und Informationswissenschaften“.

In Leipzig wird protestiert

„Mit einem öffentlichen Plenum auf dem Campus-Innenhof und nächtlichen Mahnwachen  protestieren Studierende der Universität Leipzig gegen die geplanten Kürzungen an den Universitätsbibliotheken“ (Quelle: Leipziger Volkszeitung, Sandra Arm, 24.07.2012)

Erneut richtet sich der Protest gegen die Reduzierung von Öffnungszeiten. Der 24h-Betrieb, der seit 2009 in Leipzig angeboten wird, ist zu kostenintensiv (siehe auch Beitrag bei Leipzig Fernsehen).

Erst im Juni wurde in Karlsruhe protestiert, auch hier waren die Öffnungszeiten das Diskussionsthema.

Bibliojobs und Partizipation

OpenBibliojobs, ein Produkt aufgrund mangelnder Partizipation… Eine Sammlung von Zitaten zur aktuellen Debatte: Bibliojobs – Mehrwert nur noch für BIB-Mitglieder.

„Sinn und Zweck war es von Anfang an, eine möglichst umfassende Übersicht über aktuelle Stellenausschreibungen für alle Interessierten frei zur Verfügung zu stellen. Den Nutzerkreis jetzt ohne ersichtlichen Grund derart einzuschränken, ist vollkommen willkürlich und von mir überhaupt nicht nachzuvollziehen. […] Ich hatte damals eine ganze Reihe von Interessenten (überwiegend private) für die Weiterführung von Bibliojobs, fand aber, daß dieser Service am Besten bei einer zentralen bibliothekarischen Institution aufgehoben sei – vielleicht war das doch ein Irrtum.“
InetBib, Tobias Tietze, 13.07.2012
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Der Handapparat der Bürger : die Nachhaltigkeitsbibliothek Berlin

Nachhaltigkeitsbibliothek Berlin (Logo)Im Berliner Bücherwald legt man Bücher ab und nimmt sich Bücher mit. Die Idee hier: Tauschen statt zu verleihen, zu verschenken oder gar zu entsorgen. Seit gut einem Jahr gibt es die Nachhaltigkeitsbibliothek Berlin. Das Prinzip hier: Die Bücher stehen im Wohn- oder Arbeitszimmer der Bürger und können von potentiellen Lesern ausgeliehen werden.
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Schnappschuss

Werbeplakat in Berlin

In Berlin Mitte entdeckte ich dieses Werbeplakat. Eine Einladung oder Aufforderung beim Warten auf die U-Bahn über etwas nachzudenken. Man beachte auch die historische Aufnahme im Hintergrund und es wird schnell deutlich, wie viel sich verändert hat. Mehr und mehr kommt das „wir“ ins Spiel.

Gegen eine interkommunale Bibliothek

Brandenburg; Gegen eine gemeinsame Bibliothek (Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf und Gemeinde Petershagen-Eggersdorf) entschieden sich die Gemeindevertreter, auch wenn die Mehrheit der Bürger beider Gemeinden eine Bibliothek befürworten.
(siehe: Märkische Oderzeitung, 03.07.2012, von Irina Voigt)

Interview mit Evgeny Morozov in der Berliner Zeitung

Zitat

Interview mit Evgeny Morozov in der Berliner Zeitung (30.06./01.07.2012):
Was haben Sie gegen Facebook, Herr Morozov? Die dunklen Seiten des Internets

Frage Berliner Zeitung: Aber dabei geht doch viel Energie verloren, während man etwa bei Facebook im Handumdrehen eine politische Aktionsgruppe gründen kann.
Evgeny Morozov: Vergessen Sie bitte nicht, Facebooks Geschäftsmodell lautet: „Je mehr wir über dich wissen, desto teurer können wir Werbeanzeigen verkaufen.“ Dem Konzern geht es also nicht darum, am sozialen oder politischen Wandel mitzuwirken. Natürlich kann ich ganz einfach 5000 verschiedenen Facebook-Gruppen beitreten, die sich meinetwegen mit dem Klimawandel oder der Rettung öffentlicher Bibliotheken befassen. Das ist aber das
Gegenteil davon, im richtigen Leben einen Verein oder einer NGO mit voller Energie zu unterstützen. Auch den „Gefällt mir“-Knopf gibt es nicht, um damit Protest oder zivilen Ungehorsam zu organisieren. Sondern um im Auftrag der Werbekunden herauszufinden, was uns gefällt. Es ist unwahrscheinlich, dass Facebook jemals sagt: „Ach, scheiß drauf, lass uns lieber Afrika retten.“

Ist Engagement via Social Media vergleichbar mit Engagement vor Ort? Handelt es sich wirklich um Gegensätze oder ist es nicht eher die Leichtigkeit via „Gefällt mir“ sein Gewissen zu erleichtern? Engagement im Verein ist mehr als ein Klick.