Nachgereicht: Kein Bürgerbegehren in Essen (Mai 2012)

Hier im Blog im Mai nicht thematisiert, aber nun nachgereicht.
Das Beispiel Essen: Der Rat hat beschlossen die Stadtteilbibliotheken zu erhalten, ein Bürgerbegehren wurde nicht initiiert.
Siehe: Bürgerbegehren soll Stadtteil-Bibliotheken in Essen erhalten helfen (WAZ, 12.05.12)
Siehe: Stadtteilbibliotheken in Essen bleiben vorerst unangetastet (WAZ, 24.05.12)

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Session zur Partizipation

Wo lässt es sich besser über Partizipation diskutieren, als auf einer Konferenz, die selbst durch die Partizipation ihrer Teilnehmer lebt? Auf der diesjährigen frei<tag> in Potsdam (Schaufenster der FH Potsdam) war es möglich erstmals Fragen zum Thema Partizipation im bibliothekarischen Kontext gemeinsam zu besprechen. Im Blog möchte ich eine Zusammenfassung als Session-Ergebnis aufbereiten.
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Gegen eine interkommunale Bibliothek

Brandenburg; Gegen eine gemeinsame Bibliothek (Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf und Gemeinde Petershagen-Eggersdorf) entschieden sich die Gemeindevertreter, auch wenn die Mehrheit der Bürger beider Gemeinden eine Bibliothek befürworten.
(siehe: Märkische Oderzeitung, 03.07.2012, von Irina Voigt)

Freundeskreise und Stiftungen – Ist die Idee der nationalen „Bürgerstiftung Bibliothek“ vergessen?

Der Beitrag von Ronald Schneider ist gespickt mit Erkenntnissen (siehe: BuB (2012), H. 6, S. 439ff). Diese möchte ich kurz aufgreifen:

Erkenntnis 1: Mehrheit hat keinen Verein, der bürgerschaftliches Engagement fördert bzw. auffangen würde
Eine Welle von Neugründungen von Freundeskreisen gab es in den 90er-Jahren. Dennoch haben heute nur ein Drittel der dbv-Mitgliedsbibliotheken (414 von 1.878 Bibliotheken) einen Freundeskreis oder Förderverein. Wenn der Hauptgrund zur Gründung eines Vereins bis dato „zweifellos eine Reaktion auf die Zuspitzung der finanziellen Probleme vieler Kommunen“ (Schneider, S. 440) war, muss man sich fragen, warum zwei Drittel der dbv-Mitgliedsbibliotheken keinen Verein hat. Finanzielle Probleme haben doch bestimmt mehr Bibliotheken.
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Sollten Bibliotheken politisch aktiv sein?

Zitat

„Politisch aktiv sein bedeutet nicht unbedingt, parteiisch zu handeln. Wenn wir wirklich an unsere ethischen Grundsätze glauben, sollen wir für sie kämpfen, unsere professionelle Meinung in die politische Diskussion einbringen und eventuell auch unsererseits Maßnahmen ergreifen, damit wir Ergebnisse erreichen. Wir sollen gegen Phänomene kämpfen, die unserer Ethik widersprechen, und wir sollen für demokratische Werte kämpfen, an die wir glauben.“ (Shaked Spier, 2012)

Aus dem Aufsatz: Zwischen Bibliothekaren und Bücherwürmern. Über das (fehlende) soziale Engagement der Information Community. In:  Bibliotheksdienst 46 (2012), H. 3/4, S. 171-181.
siehe weiter Kommentar inetbib vom 09.05.2012
siehe weiter Barbara Lison (2007), Ethik und Information: Ethische Grundsätze der Bibliotheks- und Informationsberufe

Eine Entgegnung zum von Spier publizierten Aufsatz wurde im Bibliotheksdienst 46 (2012), H. 6 veröffentlicht.

Handbuch zur Partizipation für die öffentliche Verwaltung

Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt richtet sich mit ihrer Publikation „Handbuch zur Partizipation“ in erster Linie an die Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung. Die zweite Auflage wurde im Februar 2012 veröffentlicht.
Das Handbuch beinhaltet neben Theorie auch Beispiele für Partizipationsprozesse im breiten Raum. Es dient als Leitfaden, so dass Partizipation erfolgreich praktiziert werden kann. Hilfestellung bietet eine Checkliste für Projekte zur Partizipation.

OpenPetitionen für Bibliotheken : Überblick erstes Halbjahr 2012

In meinem Aufsatz „Sich der Diskussion stellen : eine Online-Petition sorgt schnell für Aufsehen“ (BuB 64 (2012), 04, S. 248) habe ich bereits einige Online-Petitionen genannt, die auf der Plattform OpenPetition veröffentlicht wurden. Diese werden hier noch einmal gelistet, kurz erläutert sowie ergänzt. Weiterhin möchte ich einen Überblick über Petitionen geben, die im ersten Halbjahr 2012 auf der genannten Plattform Unterstützer fanden bzw. zurzeit suchen.

Zeitraum: 25.01. – 24.07.2012
Petition: Für den Erhalt der kulturellen Einrichtungen in Berlin-Pankow
Ort: Berlin
Unterzeichner: 11.663
Notiz: Iris Boss aus Berlin konnte bereits in der Halbzeit ihrer Online-Petition über 10.000 Unterzeichner vorweisen. Die Petition richtet sich gegen die Berliner Sparpolitik im Kulturbereich. Der geplante Kulturabbau trifft u.a. die Stadtbibliothek im Ortsteil Buch sowie die ehrenamtlich betriebene Kurt-Tucholsky-Bibliothek.
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Das Klaassen-Szenarium

Ute Klaassen publizierte 1998 folgendes Szenarium in der bibliothekarischen Fachliteratur:

„Die Städte werden zunehmend vor dem Dilemma stehen, daß sich ein Teil der Bürger zu Bürgern der virtuellen, globalen Stadt entwickeln. Virtuell, auch erlebnisreich, erledigen sie ihre Einkäufe, lernen andere Städte kennen, besuchen virtuelle Museen, Ausstellungen, Konzerte und Opern. Sie erledigen ihre Arbeit zuhause ebenso wie ihre Bankgeschäfte. Sie treffen sich virtuell mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt, tauschen Meinungen und Erfahrungen aus und geben eigene Arbeitsergebnisse im Internet bekannt. Vorstellbar ist, daß Kinder und Jugendliche nicht mehr real zur Schule oder Universität gehen, sondern daß auch das Lernen und Studieren vom eigenen PC aus geregelt wird“
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