Stadt der Ströme (Tag 2): Institutionen


Das Foto zeigt die Posts auf der analogen Twitter Wall zur Session INSTITUTIONEN der Tagung „Stadt der Ströme„, die in Potsdam durchgeführt wurde (siehe auch Tag 1). Die digitale Twitter Wall finden Sie hier.

Bibliotheken haben das Potential, „Brücken“ im Spannungsgefüge zwischen analogen und digitalen Räumen zu sein. Lösungen und Kompromisse sollten in der dritten Session präsentiert werden, wobei die städtische Institution Bibliothek exemplarisch als Beispiel im Fokus stand. Auf der interdisziplinären Konferenz ist es gelungen, dass klischeebehaftete Image (kurzzeitig?) zu vergessen. Vermutlich gab es im Publikum einige Aha-Effekte, welche Möglichkeiten Bibliotheken dem Bürger zurzeit und zukünftig bieten können, um gleichzeitig in der analogen und digitalen Welt zu sein.

Nathalie Vallet kam in ihrem Vortrag darauf zu sprechen, dass Bibliotheken in einer Stadt urbane Landmarken bzw. im Sinne Castells „Stadt der Ströme“ Kreuzpunkte im analogen und digitalen Raum sein können. Ihre These erläuterte sie anhand von explorativen Fallstudien. Ein ausführliches Skript zu dieser Thematik kann bei ihr angefordert werden. Bibliotheken besitzen einen „strategischen Fußabdruck“. Architektonisch und konzeptionell kann sich dieser erkennen lassen, daher gibt es nach Vallet nicht die eine Bibliothek der Zukunft. So müssen zum Beispiel Stadtteilbibliotheken speziell auf die Wünsche/Bedürfnisse im Wohngebiet eingehen. Bei der Lokalisierung darf nicht nur auf Stadtebene gedacht werden, sondern auch auf Quartiersebene. Ebenso muss der demokratische Zugang gewährleistet sein.

Sehr vielversprechend, was die Bibliothek der Zukunft angeht, war der Konferenzbeitrag von Knud Schulz. Er leitet die Hauptbibliothek in Aarhus und berichtete vom Projekt „Urban Mediaspace Aarhus„. Schulz sagt, dass Bibliotheken zukünftig „Beziehungszentren“ statt nur Informationszentren sein werden, und macht dies daran fest, dass die drei Faktoren Ort, Raum und Beziehung die Bibliothek der Zukunft prägen. „Bibliotheken sind Gebäude für Menschen, nicht für Bücher. Dies ist der neue Denkansatz für die Bibliothek der Zukunft“, so Schulz. Weiterhin macht er das Umdenken auch daran fest, die Bibliotheken bis dato ein Raum für Medien waren, in Aarhus dient der Raum als Medium.
Die Akzeptanz einer Bibliothek hängt davon ab, ob Nutzerbedürfnisse berücksichtigt oder sich denen schnell angepasst werden können. Partizipation spielt dabei eine wichtige Rolle. Man muss darüber nachdenken, was Bibliothek alles möglich machen kann. Schulz verdeutlicht dies am Beispiel des iFloor, auf dem man durch Körperbewegungen eine Recherche starten kann.

Erik Boekesteijn vom DOK Library Concept Centers in Delft ist in seinem Kommentar provokant: „Wenn es das Geschäftsmodell von Bibliotheken bleibt Bücher zu verleihen, wird es Bibliotheken bald nicht mehr geben. Es müssen neue Geschäftsmodelle entwickelt werden – Aarhus ist ein sehr gutes Beispiel.“

Entspricht Berlin dem Konzept (Castell) einer informationellen Stadt? Hans Christoph Hobohm und Masterstudierende des Fachbereich Informationswissenschaften in Potsdam kommen zum Ergebnis, dass Berlin diesem Konzept nicht gerecht wird. Berlin ist keine „Space of Flow“ sondern zunehmend ein „Space of Place“.

In der anschließenden Diskussionsrunde ging es um Frage, wie:
– Kompetenzen und Fähigkeiten des Personals, sind wir bereit?
– Finanzierung und „strategischer Fußabdruck“: Urbane Landmarke durch eine zentrale Einrichtung setzen oder den Ausbau von Stadtteilbibliotheken fördern (Bsp.: ZLB-Neubau in Belin)
– Blended Library

  Presseberichte
14.07.12 (PNN): Nachholbedarf bei Museen und Bibliotheken
13.07.12 (PNN): Im Dickicht der Netze
13.07.12 (MAZ): Konferenz „Stadt der Ströme“ entwirft Visionen
Juli: Kolumne von Jann Jacobs (Oberbürgermeister der Stadt Potsdam)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s