Stadt der Ströme (Tag 1): Datenströme und Lebenswelten


Begrüßung, Tagung in Potsdam, Stadt der Ströme, 12.07.2012Der erste Tag der dreitägigen internationalen Konferenz „Stadt der Ströme“ liegt hinter den Teilnehmern. Insgesamt haben sich um die 250 Interessierte für die Tagung in Potsdam angemeldet, Veranstaltungsort ist das Hans-Otto-Theater.

„Ausgangspunkt der Tagung ist die disziplinäre Vielfalt der Fachhochschule Potsdam. Sie ermöglicht es, die Perspektiven von Sozialarbeit und Interfacedesign, Informations- und Bibliothekswissenschaftlern, Stadtplanung und Kunst, Architektur und Soziologie zu aktivieren. Unterschiedliche Wahrnehmungen im Umgang mit Städten und neue Verknüpfungen diskutieren wir in der Gegenüberstellung von digitaler und analoger Stadt.“ (Quelle: Broschüre zur Tagung)

Die Sessions DATENSTRÖME und LEBENSWELTEN bestimmten den ersten Tag. Zu Beginn strömte ein Beispiel nach dem anderen auf das Publikum zu – ein gelungener Start. Die Visualisierung von Daten stand am Vormittag im Fokus.
So nannte Till Nagel die Ziele der Visualisierung von urbanen Daten:
– Repräsentation der Stadt
– Bewusstseinsbildung (Welche Daten existieren?)
– Prozesse der Entscheidungsfindung zu unterstützen
– Alltag der Bürger zu verbessern.
Er meint, dass wir für die Ziele noch am Anfang stehen. Veranschaulicht hat er seine Ausführungen u.a. an einer Nutzungsanalyse der Buslinien in Singapur. Erkenntnisse durch die Visualisierung der Daten können zum Beispiel zur Veränderung von Fahrplänen oder Busrouten nach sich ziehen.

Michal Migurski wies auf das Potential von OpenStreetMap hin und stellte u.a. auch crimespotting vor. Beachtung sollte Field Papers finden, hier werden Daten mit Schülern erstellt und ausgewertet.

Christian Derix erläuterte die Datenvisualisierung am Beispiel der Barclay Fahrräder in London. Wann werden die Fahrräder genutzt, wohin wird mit ihnen gefahren und welche Erkenntnisse werden gewonnen, wenn man all die Linien – die Ströme – auf einmal sieht.
Der Zugmonitor wurde thematisiert sowie Wetterkarten.

Fragen, die in der Diskussionsrunde aufkamen:
Welche wirtschaftlichen Reize haben diese Daten bzw. die Datenvisualisierung? Welche politischen Konsequenzen gibt es?

Wie nun all diese Datenströme unsere Lebenswelten verändern oder beeinflussen, wurde in der zweiten Session am Nachmittag leider nicht thematisiert. Peter Conradie ging in seinem Vortrag auf die Nachbarschaftshilfe ein und gibt an, dass ein allgemeiner Rückgang des Vertrauens zu verzeichnen ist. Wird dieser durch Informations- und Kommunikationstechniken gefördert oder gehemmt? Jutta M. Bott sprach über Kontinuität, Verantwortung und Moderne/Postmoderne und gibt zu verstehen, dass konkrete Lebenshilfe (Armut, Alter, Behinderung) stark am Raum gebunden ist. Leider wurden die Partizipationsmöglichkeiten außen vor gelassen.

Ich bin sehr gespannt auf die morgige Session INSTITUTIONEN. Es wird hoffentlich viel Input aus dem Fachbereich Informationswissenschaften geben. Eine Frage, die ich mir gleich in der ersten Session gestellt habe: Welche Erkenntnisse würden wir Bibliothekswissenschaftler wohl erhalten, wenn wir die DBS-Daten mappen würden….? Wie wir heute gelernt haben, kann durch die Visualisierung von Daten etwas sichtbar werden, was zuvor nicht vermutet bzw. nicht bedacht wurde.
Siehe Tag 2

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